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Auf ein Wort

Betriebswirt (HWK) Jens-Torsten Jacob - Geschäftsführer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das große Warten auf eine neue Regierung ist noch nicht beendet. Wer hätte gedacht, dass so ein Wahlergebnis die etablierten Parteien dermaßen in Schwierigkeiten bringt. Und wer hätte gedacht, dass man sich so viel Zeit für eine Entscheidung nimmt. Seit September wird nun parteipolitisch gepokert und es ist nicht in Sicht, dass wir Gewissheit vor Ablauf des alten Jahres haben. Eine geschäftsführende Regierung kann nichts gestalten und das bedeutet Stillstand.

Könnten Sie so lange führungslos Ihre Firma verwalten?

Ähnlich sieht es in Sachsen mit einigen wichtigen Entscheidungen aus. Seit Längerem mahnt das Handwerk, nun endlich mit der Berufsschulnetzplanung in Sachsen zu Stuhle zu kommen. Mit jedem neu zu beginnenden Ausbildungsjahr ist die Ungewissheit da, ob überhaupt die Fachklassenstärke in der Berufsschule oder den überbetrieblichen Ausbildungszentren zustande kommt. Mittlerweile mahnen die Verantwortlichen der Berufsschulen ebenfalls einen Investitionsstau an. Solange nicht klar ist, welche Berufe an den Schulen ausgebildet werden, wird auch der Schulträger notwendige Modernisierungen hintanstellen. Und das ist schlecht für die Qualität der Ausbildung unserer zukünftigen Fachkräfte. Zukünftige Fachkräfte sahen wir auch in der Zuwanderung. Hier müssen wir allerdings ernüchternd feststellen, dass es ein sehr weiter Weg werden wird, ehe wir Ergebnisse in unserem Sinne erzielen können. Der von der Kreishandwerkerschaft initiierte Berufsorientierungskurs für Flüchtlinge war eine Erfahrung. Erkenntnis darüber, dass zum einen von 24 möglichen Plätzen gerade mal neun belegt werden konnten. Aus unserer Wahrnehmung gibt es viel mehr potenzielle junge Flüchtlinge, die im Handwerk Fuß fassen könnten. Die Bestimmungen für diese Maßnahme (Herkunftsland, Alter usw.) lassen zum einen eine Erweiterung des Personenkreises nicht zu. Zum anderen ist der Wunsch der jungen Leute oftmals ein anderer, als eine langwierige Ausbildung zu beginnen. Sie ziehen viel mehr in die Ballungsgebiete und Großstädte bzw. wollen gleich „richtig“ arbeiten.

Was uns bleibt, ist die Konzentration auf gute engagierte Schulabgänger, die eine Perspektive im Handwerk sehen. Damit wir unseren Ausbildungsbetrieben noch besser Unterstützung geben können, lassen wir zurzeit projektfinanziert eine Analyse erstellen. Daraus soll eine Konzeption zielorientierte Kommunikationsmaßnahme zur Sensibilisierung und Motivation von jungen Menschen für eine Tätigkeit im Handwerk entstehen. Die Ergebnisse werden wir Ihnen im neuen Jahr vorstellen und gemeinsam mit Ihnen diskutieren.

Das Jahresende rückt nun näher. Es ist die Gelegenheit, einmal innezuhalten, um auf das Erreichte zurückzublicken und Pläne für das neue Jahr zu machen. Durch das Engagement vieler ehrenamtlich Beteiligter kann die Kreishandwerkerschaft mit ihren Innungen auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr zurückblicken. Dafür herzlichen Dank! Mit gleichem Engagement und Elan wollen wir die Herausforderung des neuen Jahres angehen.

Der Vorstand und die Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft wünschen Ihnen entspannte und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Genießen Sie die Zeit im Kreise Ihrer Familien und kommen Sie gesund in das neue Jahr.


Jens-Torsten Jacob


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