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Bill Quaas engagiert sich ehrenamtlich für den Erhalt der über 120-jährigen Jahnhalle in Meißen

Ehrenamt gehört für Malermeister Bill Quaas dazu. Der 58-Jährige engagiert sich in der Bürgerstiftung Meißen für den Erhalt der Jahnhalle sowie in der Malerinnung Meißen. Privat restauriert der Meißner sein Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Generationen von Meißner Bürgern haben in der Jahnhalle Sport getrieben und verbinden beste Erinnerungen mit dem markanten Jugendstilbau Baujahr 1895. Doch seit langem steht das denkmalgeschützte Gebäude leer. Der Hausschwamm im Mauerwerk und das marode Dach setzen dem einstigen Sportlerdomizil schwer zu.

Die Jahnhalle aus ihrem Dornröschenschlaf zu befreien und wieder zu einem Ort der Begegnung und der Bewegung zu machen, das ist der Traum von Bill Quaas und seinen Mitstreitern in der Bürgerstiftung Meißen. Regelmäßig widmet der selbstständige Malermeister seine Freizeit, um die Halle und das umliegende Areal auf Vordermann zu bringen. „Fast an jedem Wochenende sind wir ehrenamtlich im Einsatz", erläutert der Diplom-Designer und Restaurator im Malerhandwerk. „Rund 120 Frauen und Männer sind heute in der Bürgerstiftung engagiert, 54 von ihnen als Stifter", sagt Quaas, der selbst Mitglied des Stiftungsvorstandes ist.

2017 kaufte die Bürgerstiftung die Jahnhalle und das dazu gehörende Grundstück für den symbolischen Preis von einem Euro von der Stadt. Gleichzeitig verpflichteten sich die Ehrenämtler, die Bausubstanz der Halle grundhaft bis 2022 zu erneuern. „Wir kämpfen für unseren Traum, leisten Hunderte von Arbeitsstunden, sammeln Spenden und suchen nach entsprechenden Fördermitteln." Und auch die Politik hat bereits Notiz von den Aktivitäten genommen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeichnete Malermeister Bill Quaas auf dem Neujahrsempfang der Staatskanzlei für sein Engagement aus.

Stück für Stück geht es rund um die Jahnturnhalle voran. Der Hallenboden ist teilweise freigelegt, demnächst soll der Hausschwamm aus dem Mauerwerk entfernt werden. „Es ist eine lohnende Aufgabe", freut sich der 58-Jährige, der betont, dass er nicht der einzige Handwerker in der Stiftung ist.

„Ich will etwas für Meißen schaffen, daher engagiere ich mich hier ehrenamtlich", sagt Quaas. Zwar sei es mitunter schwer, alles zeitlich unter einen Hut zu bringen, aber es sei jede Mühe wert. „Mir ist ja schon des Öfteren gesagt worden, dass mein Tag nicht 24, sondern 48 Stunden hat", bemerkt der Meißner lachend.

Denn als selbstständiger Handwerksmeister mit eigenem Betrieb und sieben Mitarbeitern hat der 58-Jährige schon beruflich alle Hände voll zu tun. „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt. Wir bieten sämtliche Maler-, Lackier- und Tapezierarbeiten an und haben uns insbesondere auf die Restaurierung spezialisiert", beschreibt er das Profil seines 1929 gegründeten Familienunternehmens.

„Schon mein Vater war als selbstständiger Handwerksmeister ehrenamtlich engagiert, saß lange im Meißner Stadtrat", berichtet er. „Daher gehört das Ehrenamt auch für mich einfach dazu." Und so hat der 58-Jährige neben seinem Engagement in der Bürgerstiftung auch noch ein zweites Ehrenamt inne. Seit vergangenem Herbst gehört Quaas dem Vorstand der Malerinnung Meißen an.

Privat packt der Meißner im Übrigen ebenfalls kräftig an. Einem alten Meißner Bürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert haucht Quaas neues Leben ein und baut es zum Wohn- und Geschäftshaus aus. 

(Julia Stegmann-Schaaf)