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Autor: root 05.12.2019

Auf ein Wort

Von Peter Liebe, Kreishandwerksmeister | Zunftglocke 06/2019

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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das Jahresende rückt näher und ich möchte die Gelegenheit nutzen, einmal inne zu halten, um das Erreichte Revue passieren zu lassen. Durch das ehrenamtliche Engagement vieler Handwerker aus unseren Innungen können wir auf ein erfolgreiches und ereignisreiches Jahr zurückblicken.

Es gab viele Höhepunkte in diesem Jahr und mir sind vier besonders in Erinnerung geblieben: Zum einen die diesjährigen Wahlen. Die Europawahl sowie die Kommunalwahlen hatten wir im Mai und die Landtagswahlen im Herbst. Sehr bemerkenswert für mich war der Umgang mit dem Wahlergebnis bei der Europawahl. Statt Spitzenkandidaten Manfred Weber hat man Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionschefin gemacht. Und das, obwohl sie im Wahlkampf als Kandidatin nie aufgetreten ist. So kann man natürlich auch den Wähler vor den Kopf stoßen, um sich dann über die schlechte Wahlbeteiligung zu wundern.

Toll finde ich natürlich, dass sich zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker in die Kommunalparlamente haben wählen lassen. Die Landtagswahl hat uns eine sogenannte Kenia-Koalition beschert. Mal sehen, wie sich so unterschiedliche Standpunkte zusammenfinden. Es dauert schon recht lange, ehe man die ersten Ergebnisse der Verhandlungen zu diesem Regierungsbündnis erfährt.

Mit Stolz haben wir im Sommer berichtet, dass es uns gelungen ist, mit dem im letzten Jahr gemeinsam eingereichten Konzept zum Bundesprojekt „WIR – Wandel durch Innovation in der Region" die Fachjury zu überzeugen. Seither sind wir in der Planung, dieses Konzept in den nächsten Jahren umsetzen zu können. Berge von Anträgen müssen gestellt werden. Jetzt ist mir auch klar, warum bei den entscheidenden Stellen in Berlin niemand bisher eine Kreishandwerkerschaft kannte, weil sich bisher zu diesen Themen nur Universitäten, Forschungseinrichtungen und andere Verbände beteiligt haben. Umso schöner, dass wir es geschafft haben, und im Januar geht's dann richtig los.

Der Tag der Sachsen, das bei unseren Innungen ungeliebte Volksfest, hatte dann doch einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Die Entscheidung der Innungen innerhalb unserer Kreishandwerkerschaft, für ein Jahr auf die Zuschüsse für ihre Innungsarbeit zu verzichten und dafür etwas Bleibendes für eine Kindereinrichtung zu schaffen, war eine gute und richtige Entscheidung. Der Bau des Spielehauses hat uns auf diesem Fest sehr gute Anerkennung bei den Besuchern und eine gute Aufmerksamkeit bei den Medien gebracht. Wir konnten damit die Handwerkermeile der Kammer bereichern und haben somit den vielen Besuchern (und Ministern) einen schönen Schauwert geboten.

Die endgültige Übergabe erfolgte, nachdem die Innung des Maler- und Lackiererhandwerks Meißen den Anstrich vorgenommen hatte und das Haus mit einer Kuckucksuhr durch die Innung der Uhrmacher Sachsen komplettiert wurde. Das sehr gelungene Bauwerk wurde Ende Oktober 2019 den Kindern des TrinitatisKinderhauses übergeben und von diesen als „Schiefes Haus" in Besitz genommen.

Eine besondere Freude war in diesem Jahr die Übergabe des Ausbildungspreises der Kreishandwerkerschaft. Nach zwei Jahren fand diese Preisverleihung wieder als eigenständige Veranstaltung statt. Denn es gab sie wieder, die guten, auszeichnungswürdigen Junggesellen, die wir in den letzten Jahren so schmerzlich vermisst haben.

Mich hat vor allem die Zielstrebigkeit im jeweiligen Gewerk der jungen Leute beeindruckt. Ich bin überzeugt, sie alle werden ihre Karriere im Handwerk meistern. Es macht uns alle optimistisch, dass wir einen guten Nachwuchs ausbilden können. Die Voraussetzungen sind in unseren Ausbildungsbetrieben vorhanden, das weiß ich. Mit entsprechend engagierten jungen Leuten wird es auch in der Zukunft Preisverleihungen geben. Das wünsche ich mir sehr.

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen, es war viel los im jetzt ablaufenden Jahr 2019. Auch wenn wir viel erreicht haben, wird sich unsere Kreishandwerkerschaft mit ihren angeschlossenen Innungen weiterhin mit aller Kraft für unser regionales Handwerk einsetzen. Doch zunächst wünschen Ihnen der Vorstand und die Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft entspannte und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Genießen Sie die Zeit im Kreisen Ihrer Familien und kommen Sie gesund ins neue Jahr 2020.

Ihr Kreishandwerksmeister

Peter Liebe