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Auf ein Wort

 Von Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer | Zunftglocke 06/2018

Jens Torsten Jacob Geschäftsführer

Liebe Leser,

dem Handwerk geht es gut, so die Konjunkturanalyse der Handwerkskammer Dresden. Das spüren auch wir in der Kreishandwerkerschaft. Immer häufiger bekommen wir Anrufe von Leuten, die einen Handwerker suchen. Viele Handwerker berichten, dass sie gern auch weitere Aufträge angenommen hätten, allerdings fehlt ihnen das geeignete Personal. Die Prognose für den notwendigen Nachwuchs im Handwerk sieht allerdings nicht gut aus. Etwa ein Drittel der Belegschaften aus unseren Betrieben wird in den nächsten zehn bis zwölf Jahren in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen. Die Anzahl der Schüler für diesen Zeitraum, die in die berufliche Ausbildung gehen werden, wird den notwendigen Bedarf bei uns nicht decken. Das ist jetzt bereits absehbar.

Zwei Wege werden uns aus diesem Dilemma helfen. Zum einen wird es im Handwerk eine Modernisierung der Technologien geben müssen. Hier seien nur die Stichwörter Digitalisierung und Innovation genannt. Nur so können Aufträge effizienter und mit der gewohnt guten Qualität erfüllt werden. Und zum anderen brauchen wir Fachkräfte aus dem Ausland. Mit diesen können wir die sich auftuende Lücke an Personal im Handwerk schließen. Dazu bedarf es allerdings einer geordneten, von Bürokratie befreiten und geregelten Zuwanderung.

Für beide Wege haben wir innerhalb der Kreishandwerkerschaft gemeinsam mit interessierten Betriebsinhabern/-innen die richtigen Weichen gestellt und damit die Zeichen der Zeit erkannt. Das Bundesprojekt „WIR-Wandel durch Innovation in der Region" konnte konzeptionell abgeschlossen werden. Wir haben an dieser Stelle immer wieder davon berichtet. Derzeitig sind die Unterlagen dazu zur Expertenbegutachtung im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wir hoffen gemeinsam mit allen Akteuren, dass 2019 dazu eine positive Nachricht aus Berlin kommt, um damit starten zu können.

Ein weiterer Baustein zur Fachkräftesicherung ist das Projekt BOF – Berufsorientierung für Flüchtlinge. Die Bilanz in diesem Jahr ist zwar sehr ernüchternd, da nicht alle Plätze durch geeignete und willige Kandidaten besetzt werden konnten. Und trotzdem konnten wir regional mit dem Qualifizierungszentrum in Riesa Erfahrungen sammeln, wie eine erfolgreiche berufliche Integration gelingen kann. Wir sind überzeugt davon, dass ein vorgeschaltes Austesten von zukünftigen ausländischen Mitarbeitern durch Werkstatttage und ein anschließendes Betriebspraktikum ein hervorragendes Instrument darstellen, um den oder die geeigneten Kandidaten/-in für unsere Betriebe zu finden.

Weitere Aktivitäten rund um die berufliche Orientierung durch die Kreishandwerkerschaft haben sich bewährt und werden auch im nächsten Jahr fortgesetzt.

Das Jahresende rückt nun näher. Es ist die Gelegenheit, einmal inne zu halten, um auf das Erreichte zurück zu blicken und Pläne für das neue Jahr zu machen. Durch das Engagement vieler ehrenamtlich Beteiligten kann die Kreishandwerkerschaft mit ihren Innungen auf ein ereignisreiches und erfolg-reiches Jahr zurückblicken. Dafür herzlichen Dank! Mit gleichem Engagement und Elan wollen wir die Herausforderungen des neuen Jahres angehen.

Der Vorstand und die Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft wünschen Ihnen entspannte und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Genießen Sie die Zeit im Kreise Ihrer Familien und kommen Sie gesund in das neue Jahr.

Mit handwerklichen Grüßen

Jens-Torsten Jacob
Geschäftsführer