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Auf ein Wort

 Von Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer | Zunftglocke 02/2019

Jens Torsten Jacob Geschäftsführer

Liebe Leser,

mit großer Freude haben wir die Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten, dass die Kreishandwerkerschaft Region Meißen mit ihrem Bündnispartner den Zuschlag für die Umsetzung des Projektes „WIR – Wandel durch Innovation in der Region" bekommt. Damit können wir neue Akzente für das regionale Handwerk und dessen Zukunft setzen. Das Besondere dabei ist vor allem, dass von Anfang an das Handwerk selbst der Taktgeber sein wird. Es wird nicht über das Handwerk geforscht, analysiert und geplant, sondern mit den Handwerkern vor Ort. Das setzt allerdings voraus, dass sich das Handwerk dafür Zeit nimmt, neue Ideen und Technologien entwickelt und neue Produkte kreiert. Wir konnten in Berlin damit überzeugen, dass das Handwerk vor Ort ein Innovationsmotor sein kann, der tatsächlich auch einen Strukturwandel in der Region flankiert bzw. positiv beeinflusst. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies gemeinsam gelingen kann.

Ein zweites großes Thema sind die bevorstehenden Wahlen. Bei der Aufstellung der Kandidaten zu den Kommunalwahlen der Gemeinden, Städte und Kreise wird sichtbar, dass eine Reihe von Handwerkerinnen und Handwerkern sich dieser Aufgabe für ihre Region stellt. Das ist gut so, beweist es zum wiederholten Male auch, dass das Handwerk lokal verortet ein gesellschaftlich engagierter Partner ist. Daher meine große Bitte: Schauen Sie genau auf Ihre Kandidatenliste, wenn Sie am 26. Mai 2019 zur Wahl gehen. Nicht ohne Grund lautet der Slogan der bundesweiten Imagekampagne „Das Handwerk – die Wirtschaftsmacht von nebenan".

Mit den Kommunalwahlen werden ebenfalls unsere Vertreter im Europäischen Parlament gewählt. Auch hier lohnt ein genauer Blick. Um es Ihnen etwas zu erleichtern, haben wir in dieser Ausgabe die vom Zentralverband des Deutschen Handwerks zusammengestellten Leitlinien und Forderungen zur Europawahl 2019 veröffentlicht. „In Vielfalt zusammen" so die Überschrift. Ja, es ist wichtig, die Vielfallt gemeinsam zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dafür braucht es kompetente Vertreter aus unserer Region in Brüssel.

Ein weiteres Thema ist die Wiedereinführung des Meisters in einigen Berufen als Grundlage für deren Ausübung. Seit der Novellierung der deutschen Handwerksordnung (HwO) 2004 sind in einigen Handwerksberufen massive Veränderungen zu verzeichnen. Dies führte außerdem zu der Konsequenz, dass in „EIN-MANN-Betrieben", den ehemaligen ICH-AG´s, in aller Regel nicht ausgebildet wurde. Jetzt, 15 Jahre danach, stellen wir fest, dass es keinen Nachwuchs mehr gibt. Es war eigentlich eine logische Entwicklung. Nun sitzen wieder Experten in Berlin die darüber diskutieren, ob die sogenannte Meisterpflicht wieder eingeführt werden soll. Einiges an FÜR und WIDER ist bereits an die Öffentlichkeit getreten. Man kann daran ausmachen, wie kontrovers die Debatten geführt werden. Daher sollten wir gemeinsam aufpassen, dass eine zukunftsfähige und für alle Beteiligten tragfähige Entscheidung im Interesse das Gesamthandwerks gefällt wird.

In diesem Sinne verbleibe ich mit handwerklichen Grüßen

Jens-Torsten Jacob
Geschäftsführer